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Ein Buch schreiben und selber verlegen? Ratgeber oder Abratgeber - je nachdem.
Im Dezember 2007 kam mein selbstgeschriebenes und selbstillustriertes Kinderbuch “Als die kleine Giraffe ihre Punkte
verlor” in einer Auflagenhöhe von 1000 Stück aus der Druckerei. Drei Monate später hatte ich 900 Exemplare verkauft und gab eine zweite, höhere Auflage in den Druck. Im Dezember 2008 wurde mein zweites Buch, “Tim und der
Apfelquieker” gedruckt. Alles selbstgemacht und ohne Verlag. Hört sich ziemlich gut an, finde ich. Sieht auch ganz einfach aus, aber auf dem Weg zum Mega-Erfolgsautoren kann man in einige Fallen tappen. Hier habe ich meine
“Ich-mache-ein-Buch”-Erfahrungen mal aufgeschrieben, die angehenden Autoren vielleicht eine Hilfe sind. Vielleicht verursachen sie auch unsanfte Landungen aus dem Autorenhimmel.
Ein Buch schreiben Ganz viele Menschen haben eine
Geschichte im Kopf, die sie gerne mal schreiben und auch veröffentlichen würden. Viele fangen auch mal an, die meisten hören nach einem enthusiastischen Anfang wieder auf. Es ist viel einfacher, eine Geschichte im Kopf zu haben,
als sie ordentlich, logisch und gut lesbar bis zum Ende auf Papier zu bringen. Aber auch die, die es schaffen (Glückwunsch! Ohne Energie und festen Willen geht es nicht!), haben damit nur den ersten Schritt gemacht.
Selbsteinschätzung Meine
Geschichte ist richtig gut - meint der Autor. Dem gefällt sein eigener Schreibstil und dem gefällt auch der Inhalt der Geschichte. (Was übrigens eine wichtige Voraussetzung für ein Gelingen der Sache ist.) Aber was dem
Autoren gelungen erscheint, ist für Außenstehende unter Umständen nicht nachvollziehbar oder grottenlangweilig.
Wenn kreatives Schreiben nicht zu den Tätigkeiten gehört, die man oft macht und mit denen man schon Erfahrungen
gesammelt hat, sollte man schon die ersten Teilstücke einer Geschichte unbedingt auch anderen Leuten zum Lesen geben. Wenn die sich nicht nur höflich rückmelden, sondern ehrlich interessiert an der Fortsetzung sind, sieht es schon
ganz gut aus. Ob ein Buch auch in der Öffentlichkeit ankommt und gefällt, erfährt man als Autor erst, wenn man es gemacht und die ersten Exemplare verkauft hat. Da können sich im Vorfeld auch sogenannte “Experten” gewaltig irren.
In beide Richtungen übrigens.
Rat und Kritik Wichtig ist, Teilstücke oder das fertige Manuskript an einige ausgewählte Leser zu geben, die den Inhalt beurteilen sollen. Im Idealfall sind sie nett, aber
ehrlich. Das hilft, um zu erkennen, dass entweder das Buchkonzept noch nicht stimmt, oder dass die probelesenden Freunde unfähig sind, Bestseller zu erkennen.
Kritik kann weh tun. Sie kann aber auch helfen unlogische
Sequenzen in der Geschichte zu finden, Verbesserungsvorschläge zu bekommen oder frische Ideen einbauen zu können. Ganz wichtig ist, dass man sich als Autor die Ratschläge und Kritiken aufmerksam und lernbereit anhört, dann aber
macht, was man will. Änderungsvorschläge von außen, die den Autoren überzeugen, sind wichtig und richtig, alles, was bedeuten würde, dass man sich als Autor verbiegt und ein Produkt fertig stellt, hinter dem man selber nicht mehr
mit Überzeugung steht, kann kaum ein Erfolg werden.
Verlag Ein Buch schreiben, das Manuskript an einen Verlag schicken, Vertrag und Vorschuss bekommen und den Bestseller etwas später in allen Buchläden sehen - der
Idealfall. Kommt vermutlich so häufig vor wie ein guter Lottogewinn. Vielen Autoren würde es zunächst schon reichen, wenn ein Verlag das Manuskript freudig annehmen würde. Dabei bedeutet es nicht, dass ein Buch schlecht ist, wenn
kein Verlag es annimmt. Die Verlage werden mit Manuskripten zugeschüttet und können die überhaupt nicht mehr alle aufmerksam durchsehen. Einige weltverändernde Bestseller sind darum nach einigen vergeblichen Versuchen vermutlich
wieder in der Schublade der illusionsberaubten Autoren gelandet, wo sie auf eine Spätentdeckung warten. Es sind allerdings auch schon viele Manuskripte völlig zu recht abgelehnt worden.
Verlage wollen und müssen mit ihren
Büchern Geld verdienen und entscheiden darum mit kühler Markt- und Kalkulationserfahrung, ob das veröffentlichte Buch seine Kosten möglichst schnell wieder reinbringen kann. Prominente Namen auf schlechten Büchern verkaufen sich
dabei wesentlich besser, als Herr oder Frau Unbekannt auf dem Erstlingswerk. Seitdem ich weiß, wie viel Arbeit, Zeit und Geld in eine Tausender-Auflage eines Buches gesteckt werden muss, mecker ich nicht mehr über Verlage, die
Manuskripte ablehnen und kein Risiko eingehen wollen. Wenn nicht sicher ist, dass ein Großteil der Bücher möglichst schnell verkauft wird, kommen nämlich nicht mal die Unkosten für Druck, Personal und Verwaltungskosten wieder rein,
geschweige denn ein Plus in die Kasse. So etwas kann sich ein Verlag auf Dauer nicht leisten. Fehlentscheidungen sind bei solch knallharten Kalkulation natürlich auch drin.
Andererseits ist es mit einem Vertrag bei einem
Verlag auch nicht immer getan. Je nach Verlag wird später nicht viel Werbung für das Buch gemacht, manchmal wird lieblos gearbeitet und es muss vor allem schnell gehen. Sicher gibt es auch Verlage, die wunderbar mit ihren Autoren
umgehen, aber Geld mit ihrer Arbeit verdienen müssen alle. Geduldige Betreuungsprojekte für erfolglose Autoren sind Verlage ganz sicher nicht.
Zuschussverlage Vorsicht bei Zuschussverlagen! Verlage, die
ein Buch veröffentlichen wollen, aber eine Beteiligung verlangen, die gerne mal mehrere tausend Euro hoch sein kann, arbeiten ohne eigenes Risiko. Mit dem Argument, dass es üblich sei, wenn unbekannte Autoren sich bei kleinen
Verlagen an den Kosten beteiligen, lassen sie sich die Druckkosten und manchmal noch mehr bezahlen, geben aber natürlich keine Garantie, dass überhaupt Bücher verkauft werden. Meistens bekommt der stolze Autor nach einigen Monaten
eine Aufforderung die bis dahin unverkauften Bücher (meistens fast die komplette Auflage) zum Sonderpreis abzukaufen oder gegen Bezahlung vernichten zu lassen. Das reißt ein tiefes Loch ins Konto und ein noch tieferes in den Stolz.
Darum sehr skeptisch werden, wenn eine Beteiligung verlangt wird und normalerweise lieber dankend abwinken! Ein Verlag, der kein Risiko eingeht, ist auch sonst meistens nicht sehr beweglich.
Agenten Es gibt Agenten, die Manuskripte an Verlage
vermitteln, aber auch da gibt es seriöse und unseriöse Varianten. Man muss immer darauf achten, was die Agenten schon im Vorfeld verdienen wollen, was sie versprechen und was sie als Gegenleistung anbieten. Auch da kann man im
schlechten Fall viel Geld ausgeben, ohne dass nachher ein seriöser Vertrag mit einem seriösen Verlag zustande kommt. Erzählen können Agenten viel, wichtig ist, was sie schon vermittelt haben, ob sie ein Manuskript beurteilen können
und ob sie es auch schon im Vorfeld ablehnen würden, wenn es ihnen nicht erfolgsversprechend erscheint. Wenn sie erst für ein aufwändiges Lektorat und eine Überarbeitung kassieren wollen, wäre ich schon sehr vorsichtig. Agenten
können aber auch einen guten Blick haben, Verlage und ihre Programme kennen und gute Verträge aushandeln. Dann ist die Beteiligung, die sie verdienen, gut angelegt.
Books on demand und Ähnliches Eine Alternative sind Books
on demand, kurz BoD genannt, oder ähnliche Anbieter. Dort kann man sein Buch drucken lassen, bezahlt dafür, hat aber überschaubare Kosten, weil man in Kleinauflagen starten kann. Bei Bedarf und gegen Aufpreis bekommt man Hilfe beim
Lektorat und der Gestaltung. Die Bücher haben eine ISBN und können in Buchhandlungen gut bestellt werden. Hin und wieder wird ein auf diese Art veröffentlichtes Buch wirklich erfolgreich. Einige sind auch richtig gut. Da aber jeder
dort sein Buch veröffentlichen kann, gibt es viele inhaltlich mangelhafte Ergebnisse. Darum haben Bücher, die bei diesen Verlagen veröffentlicht wurden, zunächst einmal keinen guten Ruf. Es gibt eben im Vorfeld keine
Qualitätskontrolle, die mal vorsichtig anmerkt, dass es Sachen gibt, die lieber in der Schublade oder dem engsten Familienkreis bleiben sollten. Wenn man selber aber erstmal nur in Kleinauflage starten und die Resonanz abwarten
will, und das Geld dafür ausgeben kann, ist es eine gute Alternative. Sollte die Nachfrage steigen, kann das Buch problemlos nachgedruckt werden. Auch hier gilt: Kosten genau betrachten und bedenken, dass sich kein Buch von ganz
alleine verkauft, nur weil es bestellbar ist.
Ohne Verlag Wer ohne Verlag arbeiten will oder muss, muss alle Arbeiten selber übernehmen oder gegen Bezahlung an Fachleute abgeben. Das fängt beim Korrekturlesen an, geht über
den Druckauftrag, das Layout, Werbung, Bestellbearbeitung, Kontobuchungen, Versand bis hin zur Lagerung der Bücher. Viel Arbeit, die einem ein guter Verlag normalerweise abnimmt, für die der sich später aber auch mit einem hohen
Anteil der (hoffentlich) reinkommenden Gelder bezahlen lässt. Wer es sich zutraut, die Aufgaben selber zu übernehmen, und auch genügend Zeit einplanen kann, (und das ist manchmal mehr, als man zunächst denkt), kann alle Schritte
auch selber organisieren. Bis zum fertigen Buch ist es dann relativ einfach. Verkauft ist damit aber auch noch nichts. Ohne Verlag kann man sich nicht mal auf ein Vertriebssystem verlassen, denn es gibt dann keins.
Gerade
bei Büchern, die im Eigenverlag herausgegeben werden, gilt als übliche Bilanz: 1000 Bücher drucken lassen, 40 verschenken (vorwiegend an die Verwandschaft), 20 verkaufen und die restlichen 940 Exemplare für immer im Keller
einlagern. Diese Bilanz gilt allerdings auch bei den meisten Zuschussverlagen und hin und wieder sogar bei “richtigen” Verlagen. Bei BoD sieht es anders aus, weil man da meistens mit sehr kleinen Auflagen startet und gegebenenfalls
nicht nachdruckt.
Ich bin früher immer davon ausgegangen, dass ich unbedingt mal einen Verlag für mein geplantes Buch finden muss. Als es jetzt soweit war, dass ich mein Buch schrieb und illustrierte, habe ich mich von
Anfang an bewusst gegen einen Verlag entschieden und das Buch nicht mal irgendwo angeboten. Als “Neueinsteigerin” hat man es sowieso schwer, und inzwischen möchte ich nicht mehr, dass mir jemand reinreden kann, dass Texte gekürzt
und Bildgrößen verändert werden, weil andere Leute das “verkaufbarer” finden. Und ich will vor allem keine Rechte an meinem Werk abgeben. Meine eigenen Bücher sollen genau so erscheinen, wie ich sie gut finde und ich alleine will
bestimmen, was damit gemacht wird. Allerdings bin ich damit auch für die Qualität des Buches selbst verantwortlich. Und dass man sich da mit voller Überzeugung und in großer Eigenliebe irren kann, kann schnell mal passieren, siehe
“Selbsteinschätzung”.
Ein großer Nachteil der selbst herausgegebenen Bücher ist, dass sie, ähnlich wie die BoD-Bücher, von Buchhandlungen, Medien und Kritikern gerne übersehen und nicht für voll genommen werden. Jeder kann
ein Buch selber drucken lassen und gerade bei den Eigenveröffentlichungen ist eine Menge Quark dabei. Es wird oft davon ausgegangen, dass die Bücher nicht ordentlich gemacht sind und dass der Inhalt nicht stimmt, weil das Buch
ansonsten ja von einem Verlag angenommen worden wäre. In vielen Fällen stimmt das ja leider auch. Da kann man bei einem Buch im Eigenverlag nur durch unerwartet hohe Verkaufzahlen und positive Reaktionen Interesse erregen.
Lektorat Wenn man nicht
ganz sicher in Grammatik, Rechtschreibung und/oder Zeichensetzung ist, muss man unbedingt jemanden haben, der den Text daraufhin durchsieht, damit das Ergebnis nicht eine Qual für die späteren Leser wird. Wenn man zufällig keinen
Bekannten hat, der das machen kann und will, gibt es Leute, die gegen Bezahlung berufsmäßig Texte durchsehen. Idealerweise macht der Lektor auch Verbesserungsvorschläge in Stilfragen, spürt die kurz nacheinander doppelt verwendeten
Wörter auf und schlägt Alternativen vor. Wenn der Lektor ganz viele Änderungen oder sogar gewaltige Kürzungen vorschlägt, kann er entweder den totalen Durchblick haben und der Fachmann sein, auf dessen Rat man bauen sollte, oder
völlig daneben hängen und das Buch verkorksen. Manchmal auch irgendetwas dazwischen. Ein schwieriges Problem, bei dem man dann vor der Entscheidung steht: Halte ich mich an den vermutlich erfahrenen Fachmann, bzw. die Fachfrau,
oder macht er/sie die Grundidee und meinen Stil kaputt und es ist nachher nicht mehr mein Buch.
Drucken lassen
Druckereien gibt es ganz viele. Und es dürfen nicht nur bestimmte Berufsgruppen dort drucken lassen. So wie ich mir einen Elektriker
aussuchen und für einen Auftrag bezahlen kann, kann ich auch eine Druckerei aussuchen und einen Druckauftrag geben. Dazu muss man, wie beim Elektriker, ein bisschen rumfragen, weil manche Leute vielleicht Empfehlungen geben können,
spricht mit Druckereien, ob sie das, was man haben möchte, überhaupt machen und lässt sich Kostenvoranschläge geben.
Hat man eine passende Druckerei gefunden und hat man genug Geld in der Tasche, gibt man einen Druckauftrag.
Dazu muss man meistens ein am Computer fertiggestelltes Layout abgeben. Das sollte man nur selber machen, wenn man sich damit auskennt. Ansonsten fallen weitere Kosten an, weil jemand das übernehmen muss. Oft kann die Druckerei
jemanden für so einen Auftrag nennen.
Es empfiehlt sich sehr, vor der Fertigstellung des Buches mit der Druckerei über Format und Seitenzahl zu reden, um die günstigste Kombination einzuplanen. Farbige Bildseiten sind im
Druck viel teurer als reine Textseiten. Der 500-Seiten-Text-Krimi ist in der Herstellung also deutlich preiswerter, als das 40-seitige bunte Bilderbuch.
Lagerung Bei selbstverlegten Büchern muss man die
gedruckten Exemplare irgendwo bis zum Verkauf stapeln. Das kann unter Umständen eine lange Zeit sein, manchmal mehrere Jahre. Oder länger. Da gemieteter Lagerraum teuer ist, macht man das meistens in der eigenen Wohnung. Der
Lagerort sollte kein feuchter Keller oder eine kalte Garage sein. Das Klima in Wohnzimmern ist gut geeignet. Leider passen gestapelte Bücherberge nicht immer zur Einrichtung.
ISBN Eine ISBN kann man kaufen und die ist nicht mal so
teuer. Den Anbieter dafür findet man im Internet. Sinnvoll ist es, eine ISBN vor dem Druck zu haben, um sie auf die Rückseite des Buches drucken zu lassen. Mit dieser Nummer kann das Buch über jede Buchhandlung bestellt werden.
Theoretisch. In der Praxis habe ich erlebt, dass gerade die Kleinverlag-Nummern oft nicht gelistet sind und auch der netteste Buchhändler mit aufwändigen Suchaktionen keinen Eintrag findet. Für mich war das ein Grund, bewusst keine
ISBN-Nummer zu nehmen.
Verkaufen Der stolze Autor hat Bücher drucken lassen und wartet auf Käufer. Aber wie erfahren die potentiellen Käufer von dem Buch? Hier beginnt das Problem. Ganzseitige
Anzeigen in der Tageszeitung oder Werbespots im Fernsehprogramm sind recht kostspielig und oft höher als die Druckkosten. Der Buchhändler will die Bücher nicht ins Schaufenster stellen und die Verwandten warten auf geschenkte
Freiexemplare. Wenn nicht ein riesengroßer Freundes- und Verwandtenkreis zur Verfügung steht, der brennend auf genau dieses Buch wartet und bereit ist, dafür auch Geld zu bezahlen, hat man viele gemütliche Abende mit seinen Büchern
im Wohnzimmer vor sich.
Buchhandlung Buchhandlungen verkaufen Bücher. Aber nicht alle. Wenn man den Buchhändler nicht zufällig gut kennt oder das Buch starken Regionalbezug hat, wird kaum ein Händler
das Buch eines unbekannten Autoren haben wollen und deutlich sichtbar ins Schaufenster stellen. Meistens nicht mal irgendwo ins Regal, weil es Platz wegnimmt, der für erfolgsversprechendere Bücher da ist. Eine ISBN ist nicht
Voraussetzung für den Verkauf in einer Buchhandlung. Bei mir rufen sogar hin und wieder Buchhandlungen aus weiter Entfernung an, weil Kunden nach dem Buch gefragt und die Buchhändler im Internet gesucht und damit die Kontaktadresse
gefunden haben. Dann schicke ich ihnen das Buch und eine Rechnung per Post zu und die Buchhandlung überweist das Geld.
Was zu beachten ist: Von jedem, über eine Buchhandlung verkauften Buch, behält der Buchhändler 30-40% des
Verkaufpreises als Eigenanteil. Außerdem muss der Eigenverleger das Buch auf eigene Kosten vorbeibringen oder mit der Post schicken. Wenn der Verdienst damit unter den reinen Druckkosten liegt, was bei Kleinauflagen schnell sein
kann, ist es ein Minusgeschäft, bei dem der Selbstverleger draufzahlt.
Internet Im Internet sind in den letzten Jahren ganz neue Informations- und Vertriebswege entstanden. Was früher fast nur über das Vertriebsnetz eines Verlages zu
machen war, kann heute in ähnlicher Form überregional über das Internet funktionieren. Dazu braucht man eine kleine, aber informative Internetseite. Eine wunderschöne Internetseite mit tollen Informationen über das Buch und einer
unkomplizierten Bestellmöglichkeit funktioniert allerdings nicht, wenn keiner die Seite ansieht. Bei fünf Zugriffen im Monat, von denen zwei Tante Margret macht, die mal wieder sehen will, ob es was Neues gibt, ist die
Wahrscheinlichkeit, dass viele Bücher bestellt werden, sehr gering. Es muss also eine sowieso gut besuchte Seite sein oder man muss die Möglichkeit haben, auf anderen gut besuchten Seiten Links zu setzen.
Zum Bestellen auf
Internetseiten gibt es Shop-Programme, die installiert werden können, aber bei mir tut es eine einfache E-mail-Adresse, an die man schreibt und auf die es von mir eine ausführliche Antwort mit Preisangabe und Kontodaten gibt.
Verschickt werden die Bücher sofort nach dem Geldeingang. Die Verwaltung und Bearbeitung der Bestellungen braucht erstaunlich viel Zeit.
Lesungen Um ein Buch bekannt zu machen, kann man Lesungen
machen. Bei Kinderbüchern kann man dazu an Schulen gehen, bei anderen Büchern wird es etwas schwieriger. Wenn die Lesungen gut gemacht sind, kommen ganz alleine Anfragen von anderen Schulen. Lesungen machen Spaß, sind aber auch
Arbeit, die Konzentration und Einsatz erfordern.
Gewerbeschein/Finanzamt Wer eine Ware herstellt und verkauft, muss ein Gewerbe anmelden. Manchmal auch nicht, das kommt auf die Branche an. Bei selbstgeschriebenen Kinderbüchern, mit denen
man nicht den Lebensunterhalt verdient, scheint das nicht ganz klar zu sein. “Journalismus” ist gewerbescheinfrei, aber “Verkaufen” ein Gewerbe. Brauche ich nun einen Gewerbeschein, weil ich die Bücher nicht nur schreibe, sondern
auch selber verkaufe? Mein Finanzamt sagt “Ja”, mein Gewerbeamt “Warum?”. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, zumal ich öffentlich über das Internet verkaufe, habe ich einen Gewerbeschein geholt. Der ist nicht mal teuer.
Natürlich muss ich die Einkünfte auch versteuern. Mein Finanzamt möchte einen Teil vom Verdienst haben und darum führe ich Buch über meine Ein- und Ausgaben. Auf die Frage, ob man mit Kleinauflagen reich werden kann, kann ich
ein eindeutiges: “Nein!” antworten. Wenn ich davon leben müsste, wäre ich schon längst verhungert!
Meine Merksätze:
Die meisten Manuskripte werden von Verlagen abgelehnt, was nicht immer mit der Qualität zu tun hat.
Nur sehr wenige Autoren können von ihrer Autorenarbeit leben.
Versuche deinen Traum zu verwirklichen!
Bleibe kritisch!
Ein handgetipptes, mit Nadel und Bindfaden selbstgebundenes Einzelexemplar im Schrank ist
besser, als gar nichts gemacht und immer nur davon erzählt zu haben.
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