Blog 575 - 05.05.2019 - Der Druck steigt, die Premiere naht

Die erste Puppenstückvorstellung von Tim Mütze rückt näher und das Tempo und der Druck ziehen langsam an. Noch bin ich recht entspannt, schwanke aber schon zwischen lässig abwinkendem: "Ach, ich habe ja noch zwei Wochen Zeit" und kurzem, panischen: "Das muss in zwei Wochen fertig sein! In zwei Wochen!!? Wääääh!!!" Außerdem habe ich mich immer noch nicht für die Stimme der Königin entschieden. Ich tröste mich damit, dass sie ihren Text auch noch nicht kann. Dabei KANN sie ihn, nur nicht in der richtigen Reihenfolge. Immer wieder überspringt sie kleine Passagen, redet schon weiter und hat die Sätze davor vergessen oder ist plötzlich in einer anderen Szene. Das ist allerdings ziemlich normal für zwei Wochen vor der Premiere.

Ich würde gerne hauptsächlich proben, aber ich muss auch noch bauen. Und bemalen. Und verschrauben. Und mit Magneten versehen. Viele Details warten und die "Ach-ja-das-muss-ich-ja-auch-noch-tun" -Liste wird, sobald ich nachdenke, schneller voll als ich sie abarbeiten kann. Es wäre jetzt schön, wenn ich die Arbeiten an meine Angestellten in der Bühnenbauabteilung verschieben könnte, aber die bin ich ja selber. Zum Glück ist der Rasenmäher kaputt, sonst müsste ich auch noch Rasen mähen. Denke ich. Doch dann finde ich das fehlende Rasenmäherteil, und weil das Gras-Unkraut-Gemisch schon so hoch steht und das Wetter gerade günstig ist, mähe ich dann doch. Besser jetzt als in der nächsten Woche.

Zwischendrin sehe ich mir im Frechener Harlekin-Theater die Premiere von "Endstation Sehnsucht" an. Ein spannendes Stück, das zudem Berührungspunkte mit der abgelaufenen Produktion "Hexenjagd" und der zukünftigen "Die zwölf Geschworenen" hat, weil Regie, Darsteller und Zuschauer sich in Teilgruppen mischen. So sitzen wir vor dem Besuch der Premiere mit mehreren "Hexenjägern" beim Essen zusammen, von denen fünf auch bei den "Geschworenen" mitspielen werden, und gucken dann die "Endstation", bei denen zwei weitere "Hexenjäger" auf der Bühne stehen und einer Regie macht, von denen wiederum zwei bei den "Geschworene" dabei sein werden. Die Theaterszene ist eng verflochten.

Am Ende der Woche schraube, klebe und bemale ich immer noch, nähe an den Stoffbahnen für Seitenwände und Bühnendach, optimiere Requisiten und probe zwischendurch. In den bereithängenden Text muss ich dabei schon immer weniger gucken. Auch die kleine Bühnenbeleuchtung ist fertig und wird über der Spielöffnung angebracht. So langsam geht es aus dem Probestatus in den Theaterstatus.

Am Ende der Woche wird aus meinem: "Wäääh! Nur noch zwei Wochen Zeit!" "In zehn Tagen - ZEHN!- muss alles laufen! Wäääh!" Bis dahin ist echt noch viel zu tun. Aber meine Laune ist gut. Es macht Spaß! Und der steigende Druck kurz vor der Premiere gehört dazu.

            
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