Blog 587 - 28.07.2019 - Verlorene Orientierung, Hitzewelle und Figurenplanung

"Heute ist Mittwoch ... oder??" Ein typischer Satz, wenn die Ferien funktionieren und die Wochentag-Orientierung verloren gegangen ist. Nachdem ich mich erst dazu zwingen musste, zwischendurch lesend im Garten zu sitzen, klappt das zunehmend besser. Meine Einwände angesichts der vielen Sachen, die ich noch aufräumen und vorbereiten möchte: "Ich könnte doch .... Sollte ich nicht lieber ...", schmetter ich mit einem energischen: "Es sind FERIEN!!" ab. Das funktioniert sogar.

Dass ich bei einer Urlaubsreise viel öfter lesend irgendwo herumsitzen würde und nicht mal auf den Gedanken käme, einen Kistenstapel zu sortieren, - ich hätte vermutlich auch keinen dabei -, hilft ebenfalls. Ich merke, wie gut es mir tut, mal ohne eigenen und äußeren Druck vor mich hinzuleben.  

Eventuelle Ausflüge verschiebe ich noch, denn es ist viel zu heiß. Eine Hitzewelle mit Enddreißiger-Temperaturen liegt über dem Land, und als es gegen Ende der Woche auf 40 Grad geht, brennt die Sonne unangenehm auf der Haut. Zwischendurch mit einem Buch im Schatten zu sitzen, halte ich zwar gut mal aus und wirkliche Probleme macht mir die Hitze nicht, aber ich will es nicht so heiß haben. Ich fahre auch lieber nach Schottland als nach Spanien.

Die Büsche und Bäume im Garten finden große Hitze ebenfalls nicht erfreulich und einige Blätter zeigen nach drei heißen Tagen deutliche Verbrennungsspuren. Die Luft ist tagsüber so heiß, dass die Blätter unter der Sonne vertrocknen und absterben. Wie mit einem Heißluftfön angepustet. Das macht schon Sorge. Abgesehen von der Dürre werden viele Pflanzenarten solche Temperaturen nicht oft aushalten können.

Zum Glück gibt es am Ende der Woche endlich den Wetterumschwung. Frischer Wind pustet die Backofenwärme weg und ein sanfter Landregen wässert den Boden und füllt die leeren Regentonnen. Das gefällt mir sehr und ich überrede mich nicht mal, dass ich Ferien habe und im Garten sitzen sollte.   

Stattdessen beginne ich mit den Überlegungen, was für eine Klappmaulfigur ich demnächst bauen möchte. Noch habe ich zwei tierische und eine menschliche Figur in der näheren Auswahl, aber vermutlich wird es in Richtung Rumpelstilzchen gehen. Den brauche ich für mein nächstes Stück, und er hat Bauanforderungen, an denen ich vermutlich etwas herumtüfteln werde. Im Fortgeschrittenen-Baukurs, in dem jeder bauen kann, was er will, kann ich prima am Aufbau rumprobieren und tagelang schnippelnd und nähend in der Werkstatt sitzen bleiben. Viel lesen werde ich bei dieser Art von Urlaub nicht. Da schnitz ich lieber noch einen Arm oder nähe ein Ohr an.  

Damit nachher das komplette Ensemble im Stil zueinander passt, muss ich mir vorher noch genau überlegen, was ich haben will. In welcher Höhe werde ich spielen, passt es, wenn das Rumpelstilzchen Beine hat, die anderen Figuren aber nicht, und möchte ich ausgeprägte Gesichter oder lieber sehr klare Formen haben? Meine zwischenzeitliche Überlegung, ob ich das Stück nur mit Tierfiguren spielen möchte, habe ich schon wieder gestrichen. Das wäre zwar lustig und hätte seinen eigenen Reiz, verwischt aber die Geschichte und ihre Ernsthaftigkeit. Soll ja Theater werden und nicht Comedy. Nichts gegen Comedy, nur nicht überall.

            
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