Blog 634 - 21.06.2020 - Regen, Wolken, wenig Rum und viel Hackerei

Im Kaninchengehege buddeln sich die Kaninchen eifrig und bedenkenlos unter einem mehrere Kilo schweren Stein hindurch. Der liegt eigentlich nur platt auf der Erde, aber die wird unter ihm gerade locker gekratzt und weggeschoben. Als der Stein nur noch auf zwei schmalen Erdresten liegt und zu wackeln beginnt, klemme ich sicherheitshalber vorne und hinten Stützsteine darunter. Vermutlich hatten die Kaninchen vor, einen schönen großen Erdraum mit einem frei darüber schwebenden Felsendach zu bauen. Schöne Idee, aber da kann meine innere Statikerin nicht einfach zusehen und abwarten.

Nach der langen Trockenzeit regnet es hin und wieder. Das Wasser in den Regenfässern steigt aber immer nur um Millimeter oder wenige Zentimeter. Das ist nett, reicht aber nicht.

Als ich ein bisschen zu oft anmerke, dass das bisschen Geniesel ja wohl nicht wirklich als Regen gelten kann, zeigt mir das Wetter, dass es auch anders kann. Es lässt einen Wolkenbruch los, der in kürzester Zeit alle Fässer überlaufen lässt, einen Abfluss verstopft, so dass etwas Wasser in meinen Keller läuft und Blätter vor einen anderen Abfluss schwemmt, so dass weiteres Wasser in den Schuppen schwappt. Alles in überschaubaren Maße, aber während ich draußen im Sturzregen in Windeseile die Abflüsse frei räume, Wasser in Eimer schaufel und sofort bis auf die Haut nass bin, grinst das Wetter vermutlich: "Gilt DAS als Regen?"

Weiterhin werkel ich viel im Garten. Große Äste schleppen, kleine Äste häckseln, altes Holz schichten und überraschend einer überraschten Blindschleiche begegnen. Wir starren uns kurz an und ich bleibe still stehen, damit sie sich in Ruhe wegschlängeln kann. Ich freue ich mich, denn im letzten Jahr habe ich seltsamerweise keine einzige Blindschleiche im Garten gesehen und schon befürchtet, dass sie wegen der Trockenheit woanders hingezogen sind.

Die unterirdischen Wurzelausläufer des gefällten Essigbaumes geben alles und kümmern sich um den Fortbestand. Schätzungsweise hundert kleine Essigbäume wachsen seit den letzten Tagen überall aus der Erde und täglich werden es mehr. Wenn ich vorne einen Eimer voller Wurzeln aus der Erde hacke, schießen hinten gefühlt zehn neue Sprösslinge hoch.

Essigbäume gehören immer noch zu meinen Lieblingsbäumen, aber jetzt nur noch, wenn sie nicht im eigenen Garten stehen. Ich würde ja gerne sagen, dass ich, wenn ich es gewusst hätte, niemals einen Essigbaum in den Garten gepflanzt hätte, aber tatsächlich wurde ich damals gewarnt und habe es nicht ernst genommen. Das habe ich nun davon. Täglich neue Essigbaumsprösslinge, denen ich schwitzend, schnaufend und anscheinend nie endend hinterher hacke.

Ein bisschen Abwechslung gibt's auch. Dicke Wolkengebirge beim Spaziergang ...

... eine Caipirinha-Torte, die relativ viel Rum in der Creme hat, aber nach relativ wenig Rum schmeckt. Ist schon lecker, aber beim nächsten Mal kommt mehr Rum rein. Wenn schon Cocktail-Torte, dann richtig ...

... und mächtige Regenwolken am ansonsten freundlichen Abendhimmel.

Mittsommer ist gerade vorbei. Hey! Ich plane doch noch, was ich "demnächst im Sommer" machen will und der längste Tag des Jahres ist schon vorüber!

          
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