Aachener Zeitung - Lokales     26.Januar 2010

Was übrig bleibt vom Gurkentee

Kinderbuchautorin Anette Dewitz stellt sich nach dem Vorlesen Fragen von Grundschulkindern.
Mit Fantasie und Ideen zum Zeichnen in die Abenteuer.

Übach-Palenberg. “Machst Du eigentlich alle Bücher alleine?” Wie kommst Du auf die Ideen? Macht Dir das Spaß?” Nur eine kleine, nicht repräsentative Auswahl von Fragen, die sich Anette Dewitz stellen ließ. Die Kinderbuchautorin kam auf Einladung der Katholischen Grundschule (KSK) Übach in die Schule. Und sie hatte nicht nur eine schöne Fragerunde, sondern auch ihre beiden Bücher mit im Gepäck. “Als die kleine Giraffe ihre Punkte verlor” und “Tim und der Apfelquieker” heißen sie. Die Autorin, die ihre Werke auch selbst illustriert und verlegt, startete mit einer Lesung aus den Büchern. Aber das Buch wird dabei nicht von A bis Z gelesen, sondern in einer gekürzten Fassung vorgetragen, die noch Platz für Fantasie lässt.

                                                                                                 Foto: Markus Bienwald

Den Kindern hat es gefallen, wie sie vom abenteuerlichen Tag der kleinen Giraffe hörten. Denn eigentlich will die nur einen schönen Tag verbringen, verliert aber plötzlich alle ihre Punkte. Auf der Suche nach Hilfe stößt sie zunächst auf eine wilde Affenrasselbande. Doch der “große Makiki” verspricht ihr Hilfe, wenn sie nur eine ganze Nacht lang stehen bleibt. Freude und Abenteuer versprach auch die Geschichte von Tim. Zwischen einem Berg von Äpfeln findet er ein seltsames Tier. Es ähnelt keinem der Tiere, die in seinen vielen Büchern zuhause zu finden sind. Zusammen mit einem etwas zerstreut wirkenden Professor macht er sich auf die Suche nach dem Geheimnis, das sich hinter dem “Apfelquieker” verbirgt. So viel Fantastisches macht Kinder natürlich neuierig. Und Anette Dewitz, geboren in den 1960er Jahren, aufgewachsen mit der “Augsburer Puppenkiste”, dem “Dschungelbuch”, “Pippi Langstrumpf” und dem “Hasen Lodengrün”, ließ keine Frage unbeantwortet.

Mit passenden Illustrationen, per Beamer eingespielt, unterlegte sie das Gehörte auch optisch. Und natürlich berichtete sie auch aus ihrer Schulzeit: “Schon damals habe ich fast immer unter die Hausaufgaben ein passendes Bild gemalt”, sagte sie und hielt den Schülern ein passendes Schulheft vor.

Früh habe sie begonnen, sich mit Büchern zu beschäftigen, so Anette Dewitz weiter. Ihr erstes selbst gefertigtes Buch, damals zum Schulbeginn eines ihrer beiden Söhne entworfen, hatte sie noch dabei. Von der Idee über das Schreiben - “das geht schnell, der Text dauert manchmal nur drei bis vier Tage” - bis zum wirklich aufwändigen Malen skizzierte sie alle Schritte eines Buches, bis der Leser es endlich in Händen halten kann. Aber auch von Zeiten, in denen sie manchmal keine Lust hatte, weiter zu malen, erzählte sie.

Für die Kinder war die Lesung ein tolles Erlebnis, auch wenn sie am Ende vielleicht eine Frage vergessen hatten. Zum Beispiel nach der Internetseite von Anette Dewitz. Die heißt www.gurkentee.de. “Nein, das ist kein spezielles Rezept für ein Heißgetränk”, antwortete sie lachend auf die Frage unserer Zeitung. “Anfangs war es eine geheime Homepage, und jetzt erscheinen eben Bücher im Gurkentee-Verlag”, verrät Anette Dewitz. Obwohl ihr ein Fan schon einmal ein schönes Foto von einem selbst gemachten “Gurkentee” geschickt hat.

                                                                                                             
   (mabie)