Blog 932 – 08.03.2026 – Metalltrennung, Häckseln und Theaterpläne
Räumen, räumen, räumen. Die Schränke und Schubladen im Haus meiner Eltern müssen leer werden. Zum Glück ist schon viel geschafft und das Licht am Horizont ist inzwischen gut zu sehen. Aber noch immer öffne ich einen vermeintlich leeren Schrank oder ziehe eine vermeintlich leere Schublade heraus und dann ist da noch was drin. „Och nee!“, stöhne ich dann jedes Mal.

Die Kleidung und Sachen, die wir nicht selber behalten, aber auch nicht wegwerfen wollen, sammeln wir in zwei Zimmern. Das sind leider keine kompletten Essservices oder große Topfsets, sondern viele Einzelteile, sehr viele Gläser und vieles zum Hinstellen und Herumstehen. Mal sehen, welche soziale Organisation noch etwas davon gebrauchen kann. Viele Blumentöpfe und Vasen stehen schon vor der Haustür zum Mitnehmen. Ich freue mich über jedes Teil, das dort verschwindet und ein neues Zuhause findet.

Am Anfang der Woche entscheide ich spontan, dass ich bei der anstehenden Mitgliederversammlung von „Szene 93“ mein Theaterstück anmelden werde. Ich habe – nicht sofort, aber bald – endlich wieder Zeit, die ich frei verplanen kann. Da das Programmjahr 2026 schon voll ist, wird ein freier Platz für eine Inszenierung erst 2027 möglich sein. Das ist ganz praktisch, denn das Stück ist ja noch nicht mal geschrieben. Hört sich riskant an, aber ich habe Idee, Anfang und Ende der Geschichte, die ersten Charaktere erstellt und sogar schon einige Seiten Dialoge getippt. Die getippten Seiten werde ich aber nochmal neu anfangen, denn die waren eher eine Probe, um zu sehen, ob ich in die Geschichte reinkomme und ob es sofort fließt. Ja, tut es. Ich muss mich nur entscheiden, welche Charaktere ich nehme und wie die dann entsprechend miteinander agieren.
Gerade als ich die Mail verschickt habe, in der ich mein Interesse für eine eigene Inszenierung in 2027 bekunde, fällt mir ein anderer Schluss für das Stück ein. Oh, der gefällt mir sehr gut und ist besser als der bisherige. Damit würde sich aber auch der Anfang der Geschichte ändern. Aber noch ist ja alles frei und offen. Das wissen meine Hirnzellen auch, springen wieder munter herum und werfen mir Ideen zu, von denen ich bis dahin keine Ahnung hatte. Ob ich ein Stück für sechs oder acht Personen schreibe, ist meinen Hirnzellen und mir aber noch unbekannt. Sicher ist, dass es eine Nebenrolle geben wird. Oder zwei. – Angesichts der Ungewissheiten könnte ich dann doch nervös werden und mich lieber erst anmelden, wenn es das Stück tatsächlich gibt. Aber nö, ich freue mich, wenn ich im Sommer daran schreiben kann und bin mir sicher, dass es klappen wird. Wenn das Konzept des Theaterstücks steht, ist der Rest Arbeit, Kreativität und Dramaturgie.
Vormittags räume ich in dieser Woche jeweils mehrere Stunden im Haus meiner Eltern, am Nachmittag nutze ich das gute Wetter und räume im eigenen Garten auf. Da häcksle ich viele Äste zu kleinen Schnipseln, die ich dann auf den Wegen und in den Beeten verteile. Das Zurechtschneiden der oft langen und breiten Äste, das Zerren durch den Garten, das In-den-Häcksler stopfen und das anschließende Verteilen des Mulches ist körperlich fast noch anstrengender als die Vormittagsbeschäftigung.

In der letzten Woche habe ich einen Eimer voll gemischter Kleinmetallreste und eine Kiste mit schweren Stahlstangen zum Schrottplatz gebracht, um nachzufragen, ob die das alles dort annehmen. Das war ganz schöne Schlepperei mit dem schweren Eimer links und den noch schwereren Stangen rechts unter dem Arm. Der Mitarbeiter gab mir den Rat, die Metalle zu trennen, weil vor allem Edelstahl etwas mehr Geld bringt. Dann trennte er schnell selber, wog alles in Portionen ab und notierte jeweils sorgsam die Zwischenpreise. Ich dachte an meine Anstrengung beim Schleppen und dass da wirklich schon einiges an Gewicht zusammengekommen ist. Er überschlug seine Notizen und sagte freundlich: „Drei Euro.“ Was? Nur drei Euro für so schweres Zeug? Andererseits immerhin drei Euro. Bei der Deponie kann ich es nur in den Metallcontainer werfen und bekomme gar nichts dafür.
Nach dem Metall-Abgabe-Probelauf sammle ich in der Werkstatt meines Vaters alle Arten von Metall ein und trenne in Stahl (magnetisch), Aluminium (nicht magnetisch und leicht), Edelstahl (nicht magnetisch und schwer), Kupfer (rot) und Messing (goldfarben). Ich nehme jedes einzelne Teil in die Hand, halte einen Magneten daran und werfe es dann in den passenden Behälter. Ein Eimer füllt sich mit alten Zangen, Feilen und großen Stemmeisen, ein zweiter wird voll mit alten Schlitzschrauben in allen Größen. Mal sehen, was ich in der nächsten Woche, wenn ich alles keuchend auf den Schrottplatz schleppe, dafür bekomme. Acht Euro? Oder schon neun?

Sehr schön ist aber, dass jetzt die großen Metallschränke, deren Schubladen alle gefüllt waren, leer sind. Das waren sie zum letzten Mal vor über 30 Jahren.

Den Samstag habe ich mir seit langem freigehalten, weil ich da den Hund der Freundin zum Sitten bekomme, während sie bis spät abends auf einer Familienfeier ist. Wie gut, dass ich mir den Tag so sorgfältig freigehalten habe, wie verwunderlich, dass dann doch kurzfristig Termine reinkommen. Morgens fahre ich, begleitet vom Gatten, noch zur Deponie, um 130 Kilo Restmüll, Bretter und alte Schubladen, die wir am Vortag ins Auto geladen haben, loszuwerden. Dann hole ich den Hund ab und mache einen ersten Spaziergang mit ihm.

Gleich danach lasse ich Hund und Gatten zurück und fahre zum Haus meiner Eltern, wo sich zwei nette Leute das Haus ein zweites Mal ansehen wollen. Beim ersten Mal war es fast schon dunkel und da hat es ihnen schon gefallen. Jetzt ist es wichtig, dass sie für eine Entscheidung auch einen Eindruck bei hellem Licht bekommen. Meine Schwester ist zufällig auch gerade da und wir finden, das würde schon gut passen mit den beiden und dem Haus unserer Eltern. Wertschätzung und liebevolle Hände fänden wir recht gut.
Wieder zuhause drehe ich eine weitere Spazierrunde mit dem Hund, es gibt ein schnelles Mittagessen, dann bleibt der Hund schon wieder beim Gatten im Wohnzimmer und ich fahre zur Mitgliederversammlung, wo unter Punkt 6 „Planung Programm 2027“ mein noch nicht existierendes Theaterstück einen Platz für Herbst 2027 bekommt. Ich hätte lieber erst den November bekommen, weil erfahrungsgemäß immer einige Leute im August und September in Urlaub sind und die letzten Proben dann nur stockend laufen, aber vielleicht kann ich das ausgleichen, indem die Proben früher starten und wir dann schon vor den Urlaubsmonaten einen guten Stand haben. Aber noch muss ich mir da keine großen Gedanken machen, es geht um 2027. Bis Ende diesen Jahres sollte ich aber zumindest das Stück geschrieben haben, damit ich weiß, wie viele Mitspieler*innen ich beim sogenannten „Casting“ suchen möchte.
Ansonsten: Der Frühling ist da! Gut zu erkennen an der Rückkehr der Radfahrer, die in ungeordneten Formationsknubbeln die Straßen beanspruchen. Die possierlichen Trampler sind selten alleine unterwegs und bevorzugen die unmittelbare Nähe ihres Rudels, am liebsten breit nebeneinander.
