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Blog 777 – 19.03.2023 – Kleinteilige Homepagearbeit und unsere Fipsi

Vor wenigen Jahren musste ich meine damalige Homepage wechseln und mit dem Joomla-Baukastensystem eine neue aufbauen. Inzwischen komme ich mit dem Bedienen und einfachen Gestalten gut klar, muss nicht mehr viel überlegen und fühle mich wohl damit. Jetzt gibt es Probleme mit den ständig nötigen Updates und ich habe die Faxen dicke. Genervt wechsel ich zu WordPress und muss damit eine neue Homepage aufbauen. WordPress hat Ähnlichkeit mit Joomla, ist aber dann doch anders und ich muss es erst kennenlernen. Will ich eigentlich gar nicht, geht aber nicht anders.

Der Sohn, der wegen eigener Projekte gar keine Zeit hat, nimmt sich Zeit und legt ein Grundprojekt an. Startseite, Unterseiten und einen Blogbereich. Dann lässt er mich alleine mit: „Probier mal aus! Was du nicht schaffst, da gucke ich dann mal. Details machen wir später.“ Hört sich nach Alleinlassen an, ist es aber gar nicht. Einmal selber gemacht ist besser gelernt als dreimal zugeschaut. Ich probiere aus – und tatsächlich schaffe ich es schnell, mit weiteren Seiten eine Grundstruktur anzulegen, bei der ich jetzt die Bereiche mit Text und Bildern füllen kann. Die Schrift ist mir zu groß, der Textbereich zu klein, ich weiß nicht, wie ich Extrafenster einfügen kann und wie kriege ich diese blöde Kommentarfunktion abgestellt? – aber ich taste mich nach und nach an ein Design ran, das zwischen „gefällt mir perfekt“ und „ist mit WordPress gut machbar“ liegt. Ich kann nicht programmieren und im Zweifelsfall muss ich nehmen, was da ist und mir daraus das Bestmögliche bauen.

Es ist kleinteilige Arbeit, vor allem, weil ich alle Originalfotos im Archiv einzeln raussuchen und neu bearbeiten muss. Schnell entscheide ich, dass die alten Blogberichte nicht mit umziehen werden. Das ist schade, aber mir ist es zu viel Arbeit, mehr als 700 Seiten einzeln zu bearbeiten und in die neue Homepage zu übernehmen. Wer braucht die alten Wochenberichte schon? Außer mir und vielleicht mal hin und wieder jemandem, der in den alten Zeiten blättert. Ich selber habe alle Berichte in Farbkopie-Jahresbüchern archiviert, in denen ich zum Nachgucken fast so schnell blättern kann wie im Internet. Es wird also weiterhin Blogberichte geben, aber nur die aktuellen ab dem 1. Januar 2023.

Der Frühling ist da. Am Donnerstagvormittag füttere ich Fipsi, die sehr entspannt auf der Hand sitzt und mit großer Ruhe viel Hirse frisst. Ich mache ein kurzes Video in Superzeitlupe, auf dem man sieht, wie sie ein Hirsekörnchen mehrfach mit der kleinen Zunge im Schnabel dreht und immer wieder mit den Schnabelkanten darauf drückt, bis es endlich aufplatzt und sie die leeren Spelzen sofort nach außen wegfliegen lässt. Sehr faszinierend, besonders, weil es in der Realität blitzschnell geschieht und gar nicht mit dem Auge zu erfassen ist.

Mittags fahre ich nach Frankfurt und von dort am Abend zusammen mit dem Sohn zurück. Er kommt übers Wochenende zu uns, weil er einen Termin mit Freunden hat.

Am nächsten Morgen kommt Fipsi nicht. Na, manchmal kommt sie erst gegen Mittag. Aber auch da kommt sie nicht. Auch nicht am frühen Abend. Das ist schon mal vorgekommen. Doch auch am nächsten Tag kommt sie nicht angeflogen. Ich gehe häufig raus und rufe nach ihr, aber sie ist nicht zu sehen. Andere Spatzen fliegen wie gewohnt herum und sitzen antwortend in den Büschen und auf der Regenrinne, aber unsere Fipsi ist nicht dabei.

Jetzt mache ich mir doch Sorgen. Wir versuchen uns einzureden, dass sie in der draußen deutlich zu merkenden Frühjahrslaune mit einem netten Männchen unterwegs ist oder voll beschäftigt ist und dass sie in einigen Tagen plötzlich wieder piepsend im Strauch vor dem Haus sitzen wird – aber wir wissen, dass ihr auch etwas passiert sein kann. Oh, nein! Jetzt hat sie ihren Sturz aus dem Nest, das Aufpäppeln und Freilassen, Regen, Schnee, Frost und Wind sowie eine fette Zecke überstanden, und dann passiert ihr etwas? Sie ist doch immer vorsichtig und dazu fit und schnell. Wir vermissen sie sehr. Und hoffen.